Chemnitz

07

Aug

Chemnitz

Wohl auf keine andere Stadt in Deutschland trifft die Bezeichnung „Stadt der Moderne“ so zu wie auf Chemnitz. Erblüht zur Zeit der industriellen Moderne, die nach wie vor Impulse gibt für die dynamische Entwicklung von Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland, steht Chemnitz gleichzeitig für die Einflüsse der kulturellen und architektonischen Moderne. Moderne als Prinzip, nämlich ständige Weiterentwicklung, Bewegung und Innovation, gab in Gestaltung und Prägekraft dem völlig neu gestalteten Stadtzentrum sein Aussehen. Nach der Wiedervereinigung wurde innerhalb weniger Jahre die in den letzten Kriegstagen stark zerstörte Innenstadt mit imposanten Bauten der Neuzeit wieder aufgebaut. International renommierte Ar-
chitekten wie Helmut Jahn, Hans Kollhoff und Christoph Ingenhoven schufen eine großstädtische Einkaufs- und Ausgehmeile.
Im Jahr 2006 wurde die neue Mitte für ihre gelungene Mischung aus Einzelhandel, Büro, Gastronomie, Wohnen, Freizeit und Kultur mit dem DIFA-Award für innerstädtische Quartiere ausgezeichnet.

Chemnitz

Roter Turm in Chemnitz

Wer heute Chemnitz besucht, findet eine moderne, lebendige und weltoffene Großstadt mit rund 250.000 Einwohnern vor. Die erste große Blüte erlebte das einstige „Sächsische Manchester“ jedoch bereits zur Zeit der Klassischen Moderne im 19. und 20. Jahrhundert, als die Industrialisierung für Wohlstand sorgte. Von den Erfolgen der Chemnitzer Wirtschaft in dieser Epoche zeugen bis heute nicht nur zahlreiche beeindruckende Industriebauten – die „Kathedralen der Industrie“ – sondern auch Wohngebäude der Gründerzeit, Jugendstilvillen sowie öffentliche und private Gebäude der Bauhausepoche. Mit dem Kaßberg hat Chemnitz eines der größten zusammenhängenden Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas aufzuweisen. Die von dem bedeutenden Jugendstilkünstler und Architekten Henry van de Velde Anfang des 20. Jahrhunderts als Gesamtkunstwerk ges-
taltete Villa des Strumpffabrikanten Herbert Esche war wegweisend für die Neue Sachlichkeit der Zwanziger Jahre. In den darauf folgenden Jahrzehnten prägten namhafte Architekten wie Erich Mendel-
sohn, Fred Otto, Friedrich Wagner-Poltrock und Max W. Feistel mit ihren Bauwerken im Stil der Klassischen Moderne das Gesicht der Stadt. Zeugnisse ihrer Baukunst sind noch heute vielerorts in Chem-
nitz zu bewundern.

Herbert Esche und anderen Fabrikanten, die sich als Kunstmäzene betätigten, ist es maßgeblich zu verdanken, dass in der Epoche der Klassischen Moderne auch in der Kunst starke Impulse von Chemnitz ausgingen. Der Chemnitzer Maler Karl Schmidt-Rottluff – ein Mitbegründer der Künstlervereinigung „Die Brücke“ – zählt zu den Erneuerern in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die deutschlandweit zweitgrößte Sammlung von Werken Schmidt-Rottluffs ist heute Kernstück der Kunstsammlungen Chemnitz. Das renommierte Kunstmuseum beherbergt in seinem Fundus insgesamt über 60.000 Werke insbesondere aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Mit dem Museum Gunzenhauser erweitert seit Anfang Dezember 2007 eine der deutschlandweit größten Privatsammlungen von Kunst der klassischen Moderne und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das anspruchsvolle Angebot der Kunstsammlungen Chemnitz. Chemnitzer und Besucher der Stadt können dort unter anderem den umfassendsten Bestand an Werken von Otto Dix bestaunen. Das vielfältige kulturelle Angebot der Stadt umfasst darüber hinaus hochkarätige Opern- und Schauspielinszenierungen sowie Veranstaltungen von überregionaler Bedeutung wie das alljährlich stattfinden-
de Kulturfestival BEGEGNUNGEN oder das Deutsche Mozartfest.

Wer nach ausgedehnten Besichtigungen der Erholung bedarf, den locken zahlreiche Restaurants, gemütliche Cafés und Biergärten sowie die ausgedehnten innerstädtischen Grünflächen. Chemnitz ist eine moderne Stadt mit Lebensqualität, großstädtischem Leben und vielfältigem Unterhaltungsangebot. Die Traditionen der Moderne aber sind es, die das Gesicht der Stadt prägen und sie unverwechselbar machen. Als Stadt der Moderne ist Chemnitz sehens- und liebenswert.