Chemnitz. In der heutigen Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses verständigten sich unter dem Vorsitz der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die politischen Spitzen der Metropolregion darauf, sich künftig unter dem Namen „Metropolregion Mitteldeutschland“ neu aufzustellen. Zudem wurden die Städte Jena und Magdeburg als voll stimmberechtigte Mitglieder in den Städteverbund aufgenommen; bisher besaßen sie nur Gaststatus.
„Mit dem neuen Namen und der Konzentration auf die Schwerpunkte Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft bündeln wir unsere Kräfte über Ländergrenzen hinweg“, erklärte Oberbürgermeisterin Ludwig im Anschluss an die Sitzung vor der Presse.
Die Einigung auf den Namen „Mitteldeutschland“ soll ein Zeichen des Aufbruchs zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten und verstärkter Zusammenarbeit zwischen den beteiligten elf Gebietskörperschaften in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen setzen. Prioritäres Ziel der Metropolregion Mitteldeutschland ist die Errichtung einer Plattform, die der Vernetzung der vielfältigen, regionalen Potentiale dienen und das Knüpfen neuer Kontakte mit Wirtschaft und Wissenschaft ermöglichen soll. Die Metropolregion versteht sich als Netzwerk der Netzwerke, als ein Dach, unter dem vereint sich die verschiedenen Akteure und Initiativen der Region wieder finden.
Mittel- und langfristig ist geplant, sich verstärkt als innovative Region mit herausragenden Kompetenznetzwerken in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zu präsentieren. Die hiesige Forschungs- und Hochschullandschaft ist eine der führenden in Deutschland und Europa, sie zeugt von Tradition und Erneuerung. Mit Kreativität und Erfindergeist wurden hier nicht nur alte Industriezweige wiederbelebt, sondern auch neue erschlossen.
Beispielhaft für diesen Wandel ist insbesondere die positive Entwicklung der Solarbranche der Region. Etwa jede fünfte Solarzelle weltweit wird in der Metropolregion Mitteldeutschland gefertigt. Sie besetzt damit national und international eine Spitzenposition in der Solarwirtschaft, was sich sowohl in Wachstum und Innovation als auch in Anzahl und Bedeutung der ansässigen Unternehmen und Forschungseinrichtungen widerspiegelt. Ein erster erfolgreicher Schritt, die Solarwirtschaft auch überregional als Schlüsselkompetenz der Metropolregion zu kommunizieren, wurde mit einer Ausstellung und einem begleitenden Empfang vom 04.-07. Mai 2009 im Europäischen Parlament in Straßburg unternommen.
Ein Wissenschaftsatlas, dessen Veröffentlichung in Kürze bevorsteht, wird zudem anhand thematischer Karten die Konzentration an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in der Region überblicksartig veranschaulichen und dabei insbesondere bedeutende Kompetenznetzwerke mit Bezug zur Wirtschaft näher beleuchten.
Schließlich ist das kulturelle Erbe der Region als herausragende Stärke zu nennen. Sie hat es verstanden, neben dem Anknüpfen an bewährte Traditionen gleichzeitig neue herausragende Felder zu besetzen, bspw. im Bereich Design und Kreativwirtschaft. Geplant ist, mit einer Internationalen Tagung zur Thematik der Kreativwirtschaft in Leipzig (voraussichtlich am 12. November 2009) die Potenziale der Metropolregion auf diesem Sektor zu diskutieren und ggf. weiterführende Projekte zu entwickeln.
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