In der aktuellen Diskussion um die Zukunftsperspektiven von Städ- ten und Regionen spielen Metropolregionen eine zentrale Rolle. Sie verfügen über ein sehr hohes wirtschaftliches Potenzial und eine be- trächtliche Innovationskraft. Metropolregionen zeichnen sich durch besondere Funktionen aus, die sie zu den wichtigsten Säulen für die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft eines Landes sowie die erfolgreiche Positionierung einer Region in der internationalen Standortkonkurrenz machen. Zu diesen Funktionen zählen:
Insbesondere die Entscheidungs- und Kontrollfunktion ist für die Standortwahl international bedeutender Unternehmen und Organi- sationen innerhalb der Regionen von großer Bedeutung.
Räumliche Abgrenzung
Metropolregionen lassen sich nicht trennscharf gegenüber anderen Regionen abgrenzen. Kriterien die sie von anderen Stadtregionen unterscheiden, sind: ihre Größe, die enge Integration in das globale Städtesystem und die herausragende nationale Bedeutung. Die Flä- chengröße lässt sich nicht grundsätzlich festlegen. Bestehen zwi- schen einer Stadt und dem sie umgebenden Raum intensive Aus- tauschbeziehungen, wird dieser als Bestandteil der Metropolregion angesehen. Eine Abgrenzung entlang administrativer Grenzen ist wenig sinnvoll, da sich im Laufe der Zeit Verflechtungen durchaus ins weitere Umland ausdehnen und aufgabenbezogen variable Ver- flechtungen ergeben können. Es ist davon auszugehen, dass grö- ßere Metropolregionen über ein höheres Entwicklungspotenzial als kleinere Metropolregionen verfügen. Mit der Größe wachsen aller- dings auch die Fragmentierung der Region und die Komplexität der Akteursbeziehungen. Dies trifft vor allem auf polyzentrische Metro- polregionen zu, die sich von den monozentrischen Regionen darin unterscheiden, dass sie über keine Kernstadt verfügen, die die Re- gion eindeutig dominiert. In den polyzentrischen Metropolregionen erstreckt sich der Kernraum über mehrere Zentren.
Metropolregionen in Deutschland
Bei den Metropolregionen in Deutschland handelt es sich um hoch- verdichtete städtische Ballungsräume in denen mindestens eine Mil- lion Menschen leben. Deutschland verfügt mit den Regionen Ham- burg, München, Frankfurt/Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart, Hannover-Braunschweig-Göttingen, Nürnberg, Rhein-Neckar, Bremen-Oldenburg sowie Sachsendreieck und der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg über elf Metropolregionen von europäischer Be- deutung. In diesen Agglomerationen sind herausragende Funktionen angesiedelt, die über internationale Grenzen hinweg strahlen.
Bedeutung von Metropolregionen für Deutschland
Gleichzeitig sind sie wesentliche Motoren der gesellschaftlichen, wirt- schaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung. Da die Raument- wicklungspolitik darauf abzielt, das wirtschaftliche Wachstum, insbe- sondere durch die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft stär- ker zu fördern, wird ihnen in den am 30. Juni 2006 durch die MKRO (Ministerkonferenz für Raumordnung) beschlossenen Leitbildern, speziell für das Leitbild "Wachstum und Innovation", eine besondere Stellung zugeschrieben. Sie bieten wegen ihrer Bedeutung bei politi- schen und wirtschaftlichen Entscheidungen, der hohen Dichte an Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen und ihrer guten inter- nationalen Erreichbarkeit ein günstiges Umfeld für die Informations- und Wissensgesellschaft. Dabei haben die Metropolenkerne eine hohe Verantwortung für den metropolitanen Verflechtungsraum. Kooperationen und eine gute Vernetzung der Potenziale ihrer Kerne und des engeren metropolitanen Verflechtungsraums zeichnen die Regionen dabei aus.
Vorteile und Chancen für Kernstädte und Teilräume
Die Metropolregionen bieten Vorteile und Chancen für deren Kern- städte und Teilräume. So können verstärkt internationale Beziehun- gen auf- bzw. ausgebaut und eine Positionierung auf internationaler Ebene vorangetrieben werden (Internationale Profilierung). Durch die Zusammenarbeit als regionales Netzwerk sowie das Bün- deln der Potenziale und Kompetenzen sind Mitglieder und Partner in der Lage, Standortvorteile zu stärken und als innovativer Impulsge- ber für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa zu fungieren (Verbesserung der Wett- bewerbschancen). Mit dem Ausbau der metropolitanen Funktionen wird die Konkurrenzfähigkeit des Raumes erhöht. Dabei sollen be- stehende Kooperationen in den Teilräumen durch die Metropolregion ergänzt werden (Ausbau der metropolitanen Funktionen). Für kleinere Oberzentren, wie sie z.B. in der stark polyzentrisch gepräg- ten Metropolregion Sachsendreieck zu finden sind, aber auch für das Umland der Kernstädte bieten sich Möglichkeiten, auf internationaler Ebene stärkere Aufmerksamkeit zu erzielen (Chance für kleinere Oberzentren). Durch Arbeitsteilung und Kooperation zwischen den Städten, speziell in polyzentrischen Metropolregionen, kann eine Qualitätssicherung sowie die Einsparung von Kosten erreicht werden (Qualitätssicherung durch Koordinierung). |